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Angst/Panik Bautzen

Veröffentlicht am: 19.10.2021,      Kategorie: Psychosoziale Bereiche

Workshop in Struppen OT Naundorf vom 03.09. - 05.09.2021

Es war sehr schwer in der langen Coronazeit die Gruppe zusammenzuhalten. Ständig mussten wir uns an anderen Orten treffen und oft auch zu anderen Zeiten. Dennoch haben wir immer wieder versucht, den Kontakt untereinander zu halten und uns in schwierigen Situationen gegenseitig zu stützen. So war der Workshop, den wir in Naundorf bei Struppen durchführten, eine gute Gelegenheit, das Gruppenleben wieder zu festigen und verloren gegangene Fähigkeiten zu aktivieren.

Pünktlich Freitag setzten sich zwei Pkw in Bewegung und brachten die Gruppenmitglieder in unser gebuchtes Workshopquartier. Dort wurden die Zimmer bezogen. Da es Zweibettzimmer waren, wurde geklärt, wer mit wem dieses Zimmer teilt. So kamen schon viele Bedürfnisse, die geäußert werden mussten, zutage (Fenster offen oder zu, hell oder dunkel im Zimmer, schlafen mit jemandem der schnarcht). Alles musste bedacht werden. Aber ganz ohne Schwierigkeiten hat jeder den richtigen Zimmerpartner gefunden. 

Mit dem Lied "Froh zu sein bedarf es wenig" begannen wir diesen Workshop. Danach folgte Blitzlicht. Jeder Teilnehmer berichtete, wie es ihm im "HIER" und "JETZT" geht. Mit welchen Gedanken er zu diesem Workshop gekommen ist. Welche Wünsche hat er und welche Sicherheiten braucht er, um mit wenig Anspannung durch die Tage zu kommen. Danach wurde von den Gruppenmitgliedern gemeinsam das Abendbrot angerichtet und gegessen. Schon das war für einige ungewohnt. Für jemanden, der allein lebt, war es schön mal in der Gruppe zu essen. Anderen dagegen war die Tischrunde mit so viel Bewegung ungewohnt.

Für das Abendprogramm haben wir uns einen Spaziergang in der Umgebung vorgenommen. Danach gab es noch eine Gruppenspielrunde. Beendet haben wir den Tag mit der CD Traumreise. Es suchte sich jeder eine gute Position im Raum und versuchte zu entspannen, den Tag und die Anstrengungen loszulassen. 

Den Samstag haben wir mit Frühsport im Freien begonnen. Ein Gruppenmitglied gab Übungen vor, die alle nach ihren Möglichkeiten nachturnten. Dann ging es an den Frühstückstisch, der vorher schon gedeckt und vorbereitet wurde. Schon beim Essen wurde vieles besprochen und wir spürten, dass es ein gutes Miteinander war. Da wir schönes Wetter hatten, wurden auch die Wahrnehmung und Achtsamkeit ins Freie verlegt. Auf Blüten, Blättern und Bäumen war noch der Tau von der Nacht zu sehen. Das zu sehen und zu erfühlen war die Aufgabe dabei. Es wurden Spinnennetze mal ganz genau betrachtet. Auch der Boden unter den Füßen wurde intensiver wahrgenommen. Wir haben versucht, den Blick auf das gegenüberstehende Gruppenmitglied zu fokussieren und wieder ins Weite schweifen zu lassen.

Danach ging es in den für uns bereitgestellten Gruppenraum zur ersten Arbeitsstunde. Als Thema für diese Tage hatten wir uns "Was der Seele gut tut" festgelegt. Zum Einstieg schrieb jeder in seinen Workshophefter positive und negative Eigenschaften von sich selbst. War es immer gleich wie ich mich empfinde und wie das die Gruppe sah? Wir versuchten dann festzulegen, so wie ich bin, bin ich ok, mit all den Schwächen, Stärken und Meinungen werde ich angenommen. Genauer schauten wir uns folgende Fragen an:

  • Mit wem kann ich gut reden?
  • Wie werde ich aktiv?
  • Habe ich Freunde? Wenn nicht, voran liegt es?
  • Fällt es mir schwer, Fähigkeiten aufzufrischen oder neue zu lernen? 

Mit den Worten von Einstein: "Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim alten zu lassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert" beendeten wir unsere lebendige, fast zweistündige Arbeitsrunde. Danach gab es eine Pause, die jeder für sich nutzte. 

Nach dem gemeinsamen Mittagessen trafen wir uns an den beiden Pkw. Wir hatten ein Konfrontationstraining auf die Festung Königstein geplant. Bis zum dortigen Parkhaus wurden wir gebracht und dann ging es zu Fuß nach oben. Nicht jedem ist es leichtgefallen. Für ein Gruppenmitglied war es eine körperlich große Anstrengung nach oben zu steigen. Für ein anderes war die Konfrontation mit vorbeilaufenden Hunden eine große Herausforderung. Beide haben es in der Gruppe, die auch immer Mut machte, geschafft. 

Dann ging es mit dem Fahrstuhl weiter bis zur Festung hoch. Durch Corona war der Betrieb des Fahrstuhls eingeschränkt. Aber mit ein paar netten Worten war der Fahrstuhlführer bereit, uns mit nach oben zu nehmen. Unterwegs kam jedoch von ihm die Frage, ob er auch den Fahrstuhl mal kurz anhalten soll. Doch hier hat er wohl die Angst von uns allen gespürt. Wir waren froh als wir oben angekommen sind und alle wieder aussteigen konnten. Schön war auch, dass er uns im Fahrstuhl von der Maskenpflicht befreite. Wir konnten in dieser Situation die Erfahrung machen, dass es auch Mitmenschen gibt, die unsere Störung nicht abwerten.

Nach einem gemeinsamen Rundgang mit eingebauten Konfrontationen gönnten wir uns eine Kaffeezeit. Dann ging es zurück zum Pkw und in unser Quartier. Nach einer kurzen Pause führten wir Übungen aus der Erlebnispädagogik durch. Diese sollten unsere Gruppendynamik festigen. So musste ein Ball mit kleinen Dachrinnenstücken über und unter Hindernissen in ein Ziel gebracht werden. Es mussten Bälle vor, hinter und entgegengesetzt vom Körper durchgegeben werden. Dabei gab es auch viel zu lachen. 

Nun war es schon ganz schön spät und es ging zum Abendbrot. Alle halfen und so war es schnell angerichtet. Es wurde viel erzählt, ausgetauscht und so war schnell eine Stunde rum. Wir haben uns die Zeit für uns einfach gegönnt. In unserer Abendrunde wurde der Tag ausgewertet. Jeder hatte etwas erreicht und konnte sich selbst auf die Schulter klopfen. Mit unserer Traumreisen-CD beendeten wir zufrieden diesen Tag. 

Der Sonntag begann wieder mit einem Morgensport. Jeder Teilnehmer durfte sich eine Übung wünschen und so waren alle Lebensgeister wieder geweckt. Nach dem Frühstück führten wir eine Übung zum Anspannen und Entspannen durch. Ein Ball wurde auf einem Schwungtuch in Bewegung gebracht. Er sollte kreisen, diagonal oder nach oben gebracht werden. 

Nun stand die zweite Gruppenrunde an und wir beschäftigten uns mit den Fragen:

  • Welche Menschen tun mir gut?
  • Was kann ich kreatives tun?
  • Wie kann ich entspannen?
  • Gelingt es mir um Hilfe zu bitten?

Zuletzt die Frage "Was bedeutet es auf mich aufzupassen?". Vieles wurde zusammengetragen was ich selbst für mich tun kann, damit es mir gut geht. 

Nach dieser Runde führten wir noch ein Blitzlicht durch. Es wurde die Frage gestellt: "Haben sich meine Erwartungen erfüllt und was hätte anders laufen können?". Von der Gruppe kam das Fazit:

  • es war eine gelungene Aktivität
  • wir konnten uns mit anderen Meinungen und Sichtweisen der Gruppenmitglieder intensiv auseinandersetzen
  • untereinander haben wir uns intensiver kennengelernt
  • die Vielfalt von Austausch, Bewegung und Wahrnehmungen füllten die Tage gut aus
  • gemeinsames Lachen hat uns allen sehr gut getan
  • es war intensiv und konstruktiv.

Als Anregung kam der Wunsch für ein noch intensiveres Arbeiten einen Therapeuten zu gewinnen.

Danke an alle Gruppenmitglieder für die schöne gemeinsame Zeit.

Danke, dass jeder mitgeholfen hat, dass der Tisch immer reichlich gedeckt war.

Danke für das Lachen miteinander.

Danke aber auch der AOK Plus für die Unterstützung, die unser Projekt erst möglich machte.

 

Trommelworkshop am 26.06.2021

Am 26.06.2021 führte die Angst und Panik Selbsthilfegruppe einen gemeinsamen Trommelworkshop mit vier weiteren Gruppen psychischer Erkrankungen durch. 

Es war ein großes Erlebnis für alle, nach der langen Coronazeit wieder etwas zusammen zu unternehmen und zu erleben.

Ab 9.00 Uhr gab es eine Zeit des "Ankommens". Es gab Kaffee und einen kleinen Snack. Um 9.30 Uhr ging es dann los. Herr Spencer, den wir schon von dem vergangenen Workshop kannten, eröffnete mit einer kurzen Einführung. Der größte Teil war in den letzten Jahren schon dabei und so brauchte er nicht allzu viel erklären. Jeder suchte sich die Trommel raus, die zu ihm passte. 

Es wurde zwischendurch auch immer wieder gewechselt. Es wurde erforscht, welche Klänge und Töne konnten wir dem Instrument entlocken. Es dauerte nicht lange und wir fanden uns taktmäßig zusammen. Die Wahrnehmung hören, sehen und fühlen wurde bei allen sofort aktiviert. Jeder Spieler gab einen unterschiedlichen Takt an, den alle dann nachspielen sollten. Es gab kein "Richtig" oder "Falsch", es ging nur darum miteinander etwas zu tun.

Mit verschiedenen orffschen Instrumenten experimentierten wir dann weiter und versuchten unterschiedliche Klänge harmonisch zusammenzustellen.

Dann gab es eine kurze Erholungspause.

Gerade Personen mit psychischen Erkrankungen fällt es oft schwer, Gefühle auszudrücken. Wir probierten wie sich Antriebslosigkeit anfühlt. Das kannten aus den vergangenen Wochen viele Teilnehmer und so war es nicht schwer dies auszudrücken. Auch das Gefühl Angst, Panik und Mutlosigkeit war nicht schwer. Jeder versuchte seine innere Mitte dabei zu finden. Das Gefühl von Ärger steigerten wir bis zur Wut. Es war für viele Teilnehmer erstaunlich, wie viel unterdrückte Wut so rausgelassen werden kann. Eine Teilnehmerin brach in Tränen aus. Sie hatte gelernt, dass Wut etwas sehr Böses ist und unterdrückte sie im "Hier" und "Jetzt". So schwierig es für sie war, auch mit sehr viel Angst untermauert, konnte sie jedoch feststellen, dass auch das Gefühl nach einer Zeit wieder abflacht und es erlösend ist, es auch zuzulassen.

Mit dem Gefühl "Freude" beendeten wir diese Übung. Es war sehr erstaunlich, wie schnell Freude weitergegeben wird und so entstand schnell ein einheitlicher Rhythmus und der Ausdruck sowie die Körperhaltung zueinander war freundlich und zugewandt.

Im letzten Teil versuchte jeder sich in einem vorgegebenen Takt zu integrieren. Wie kann ich den Schlagrhythmus verändern und trotzdem in dem Grundtakt bleiben. Es wurde ausprobiert mal laut, mal leise zu spielen und aufeinander zu hören.

Zum Schluss hat sich jeder die Frage gestellt, wie habe ich mich dabei gefühlt? Es kamen Antworten wie:

  • ich konnte mal alles Belastende vergessen
  • ich habe meinen Kopf frei bekommen
  • es war schön, Gemeinsamkeit zu spüren
  • ich konnte offen sein, nicht in mich eingesperrt
  • ich konnte mich ausprobieren und habe gemerkt, dass etwas in mir steckt
  • ich möchte so etwas wieder tun, es war eine gute Erfahrung.

Zufrieden konnten wir den Workshop beenden.

Ausklingen ließen wir ihn mit einem gemeinsamen Brunch. Jeder hatte etwas mitgebracht und das wurde zu einem kleinen Buffett zurechtgestellt. Dabei konnten sich die Gruppenmitglieder noch etwas besser kennenlernen und austauschen.

Es war wieder eine gelungene Aktivität und wir möchten uns bei der AOK für die finanzielle Unterstützung bedanken. Aber auch bei allen Beteiligten für die gute gemeinsame Zeit, für die Organisation von Räumen, dem Essen und allen anderen Vorbereitungen.

 

weitere Informationen

Angst/Panik Hoyerswerda

Veröffentlicht am: 19.10.2021,      Kategorie: Psychosoziale Bereiche

In Hoyerswerda werden noch Gleichgesinnte für eine neue Selbsthilfegruppe "Angst/Panik" gesucht. Die Selbsthilfgruppe möchte gegenseitige Unterstützung im Alltag geben und den Umgang mit der Krankheit trainieren und lernen.

Die SHG Angst/Panik Hoyerswerda ist über das Büro der SKS in Hoyerswerda, Frau Bramborg, Tel. 03571/408365 oder E-Mail: sks-hoyerswerda@diakonie-st-martin.de zu erreichen.

 

Treffen Monat Oktober 2021

Montag 25.10.21 10.00 Uhr

 

Treffen Monat November 2021 

Montag  08.11.21  10.00 Uhr 
 Montag 22.11.21  10.00 Uhr