Angst/Panik Bautzen

Veröffentlicht am: 30.10.2020,     Kategorie: Psychosoziale Bereiche

Bericht über Trommelworkshop in Bautzen

Am 05.09.2020 führten die Selbsthilfegruppen Depression, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Soziale Phobie und Angst und Panik einen gemeinsamen Trommelwortshop durch.

Pünktlich um 10.00 Uhr ging es los. Wir haben dazu Herrn Spencer aus Hoyerswerda eingeladen. Er stellte uns die verschiedenen Trommeln vor und zeigte uns wie diese gespielt werden. Jeder konnte sich dann ein Instrument aussuchen und sich darauf versuchen. Es sollte zur Person passen. Bei Bedarf konnte es auch getauscht werden.

Einige Gruppenmitglieder hatten vom vergangenen Workshop ihre Erfahrungen und so fiel es den anderen leichter, sich einzubringen. Jeder spielte so gut er konnte, es gab kein "Richtig" oder "Falsch", sondern es ging nur um die Freude und um ein miteinander.

Vieles wurde ausprobiert. Jeder sollte einen Takt vorgeben, der von allen nachgespielt wurde. Es wurde laut und leise gespielt. Wir versuchten alle einen Takt durchlaufend mitzuspielen, aber es konnte auch jeder diesen verändern. Das förderte die Gemeinschaft und eine Verbundheit untereinander.

Dann stellten wir die Trommeln zur Seite und Herr Spencer gab jedem ein Instrument das in die Kategorie der Orffschen- bzw. Percussion Instrumente zählt. So kamen zum Beispiel Klanghölzer, Triangel, Glocken und Schellen zum Einsatz. Mit geschlossenen Augen versuchte sich jeder mit verschiedenen Tönen in einem Spiel mit einzubringen. Dabei wurden die Achtsamkeit und die Wahrnehmung bei uns aktiviert. Durch die unterschiedlichen Instrumente entstand ein Geräusch wie in einem Urwald. Es wurde sogar gewagt Tierstimmen zu kopieren. Selbst Herr Spencer war erstaunt was wir hier gemeinsam zustande gebracht haben. Es war auch eine Übung, die Entspannung in uns auslöste, die wir auch spüren konnten.

Danach ging es wieder an die Trommeln und darum Gefühle und Emotionen auszudrücken. Wie soll das aber funktionieren, haben sich einige Teilnehmer gefragt und waren erstaunt, wenn sie sich darauf einlassen konnten. Bei dem Gefühl "Gelassenheit" war jeder in sich gekehrt und suchte seine Mitte. Wut und Ärger wurden durch lautes und starkes Trommeln ausgedrückt, es wurde etwas losgelassen. Und dieses auf eine Art und Weise, die keinem schadet. Erstaunlich war, das beim Gefühl "Freude" erst alle allein versuchten es irgendwie zu erreichen, aber das immer mehr in den gleichenTakt kamen, sich aufrichteten und in die Runde durch Lächeln Kontakt aufnahmen. Ich denke das sind auch drei gute Erfahrungen die jeder mitgenommen hat.

Zur Lockerung versuchten wir ein Gewitter darzustellen. Blitz, Donner und Regen wurden auf die Trommeln übertragen. Um wieder etwas zur Ruhe zu kommen, teilte Herr Spencer dann die Boomwhackers aus. Das sind Plasterohre, die durch verschiedene Längen unterschiedliche Töne durch anschlagen erzeugen. Mit diesen konnten wir ganz präzise Rhythmen schlagen und kamen wieder in einen schönen gemeinsamen Einklang.

Im letzten Teil sollte jeder mal versuchen ein Stück Gruppenleitung zu übernehmen. Es sollte immer ein anderes Gruppenmitglied in den Kreis gehen um das Spielen zu unterbrechen und wieder neu beginnen. Es war eine große Leistung von den Teilnehmern der Selbsthilfegruppen, dass sich auch welche trauten, die sonst sehr still und angepasst in den Gruppen sind.

Zum Abschluss gab es noch einmal einen richtigen Trommelwirbel. Jeder gab nochmal alles um einen guten Abschluss zu finden.

Für das gemeinsame Mittagessen und Kaffeetrinken brachte jeder von den Gruppenmitgliedern etwas mit und Frau Metasch bereitete daraus ein schönes Buffet an dem sich jeder bedienen konnte.

Ganz herzlichen Dank bei allen die mitgewirkt haben, dass wir gemeinsam diesen schönen Tag erleben durften. Es hat uns gezeigt, dass wir mit unseren Störungen nicht allein sind und gemeinsam viel bewirken können.

 

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